16. Dezember 2018

So sehen Gewinner aus:
Die Mangonuts räumen ab!



Wir gratulieren: The Mangonuts haben beim 36. Deutschen Rock und Pop Preis 2018 am 8. Dezember in der Siegerlandhalle unter mehr als 1200 Teilnehmern den jeweils 2. Platz in den Kategorien Bestes Rockalbum, Bester Instrumentalsolist und Bester Rocksänger gewonnen. Am Samstag, den 29.12. spielt die erfolgreiche und beliebte Band um 21 Uhr in der Kultkneipe Zur Luise in Biedenkopf.

3. Dezember 2018

Menschen und Schatten:
Die Heinzelmännchen kommen!


UPDATE: Krankheitsbedingt muss die Veranstaltung am 9.12. leider ausfallen. Über einen eventuellen Ersatztermin informieren wir rechtzeitig an dieser Stelle.  

Es ist ja inzwischen schon eine kleine Tradition in Biedenkopf, dass die Oberstadt einmal im Advent Aufführungsort der seltenen Form des Wandeltheaters wird. Für Sonntag, den 9. Dezember sind nun Besucher eingeladen, mit den Darstellern des Schenkbarschen Hof Theaters eine Wanderung durch die nächtlichen Gassen der Oberstadt zu machen - dieses Jahr unter Mitnahme einer transportablen Leinwand, denn das Stück wird sowohl mit lebendigen Menschen als auch als Schattenfigurentheater inszeniert!


Unter der versierten Regie von Christoph Kaiser wurde in den vergangenen Jahren bereits Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Der kleine Häwelmann und Schuster Martin aufgeführt. Jetzt lässt der diesjährige Ubbelohde-Preisträger Die Heinzelmännchen von Köln los, um die Oberstadt zu erobern. In Reimen und Szenen erleben die Zuschauer die Geschichte der kleinen hilfreichen Geister und den Grund für ihr Verschwinden.

Mehr zur Veranstaltung und zu August Kopisch, dem Autor der berühmten Heinzelmännchen finden sich hier. 

15. Oktober 2018

Deutscher Rock und Pop Preis:
Mangonuts for President!



Große Freude: Die heimische Lieblingsband The Mangonuts ist für den Deutschen Rock und Pop Preis nominiert! Am 18. November spielen die Obstler beim Hessenentscheid in der Stadthalle in Langen. Die Entscheidung setzt sich aus 60% Jury und 40% Publikum zusammen. Falls jemand mitreisen will, um The Mangonuts zu unterstützen, kann er auf deren Webseite Tickets zu je Euro 8 bestellen.



Die nächsten geplanten Gigs im Hinterland finden am 24.10. zum 40jährigen Jubiläum der Grundschule Biedenkopf (gemeinsam mit dem Hinterländer Männerensemble - Tickets zu 5 Euro) im Zirkuszelt auf dem Schulhof der Grundschule und am 29.12. in der Gaststätte Zur Luise statt. 

23. August 2018

Heidelzwerg und Biedenköpfchen:
Interview mit Fotografin
Susanne Ochs

© Peter Arts
Am 2. September um 15 Uhr eröffnet mit einer Vernissage im Kulturfundus am Biedenkopfer Marktplatz die Ausstellung Heidelzwerg und Biedenköpfchen - Was ist der Plural von Heimat? Dieser Frage geht Susanne Ochs nach, gebürtige Biedenkopferin und Wahl-Heidelbergerin. Im Interview gibt sie Auskunft zu ihren fotografischen Arbeiten und verrät, ob es für sie so etwas gibt wie das "perfekte Bild".

Das Interview erschien in gekürzter Form im Hinterländer Anzeiger vom 24. August 2018. Wir veröffentlichen den vollständigen Text.



BK: Susanne, du konstruierst Szenen mit kleinen Eisenbahnfigürchen. Wie baust du die Bilder auf? Nimmst du eine bestimmte Figur und suchst dazu ein passendes Set? Oder kommst du irgendwohin und denkst, das gäbe womöglich einen schönen Hintergrund für ein bestimmtes Figürchen? 

SO: Es ist weder die Figur, die am Anfang steht, das schon mal gar nicht, noch in den meisten Fällen das Umfeld. Oft steht ganz am Anfang des Prozesses noch nicht mal eine bildliche Idee, sondern ein Bildtitel oder ein Wortspiel. In der Serie Biedenköpfchen gibt es zum Beispiel ein Foto, das heißt „Rapunzels Verehrer“. Dazu brauchte ich eine Figur, die irgendwie Verehrung ausdrückt, und die habe ich dann so aufgestellt, dass man den Schlossturm im Hintergrund sieht. Oder beim Bild „Herzklopfen“: Da klopft eine kleine Hausfrau fröhlich auf ein paar Konfetti-Herzen herum. Die Figur selbst steht also in der Regel nicht am Anfang. Bei Heidelzwerg und Biedenköpfchen ist es jedoch ein bisschen anders, weil das Umfeld hier eine besonders große Rolle spielt und ich die Sehenswürdigkeiten und die Umgebung in Szene setzen wollte. Für die Serie Biedenköpfchen hab ich sogar extra ein paar Figuren so verändert, dass sie jetzt echte Biedenköpfer „Originale“ sind. Das musste im Vorgrenzgangsjahr einfach sein. Bei diesen Bildern stehen also die Figuren im Vordergrund, nicht nur fotografisch.

BK: Wenn du einen Bildtitel hast wie „Herzklopfen“, wie schwierig ist es denn dann, ein passendes Sujet dafür zu finden? Aus einem abstrakten Wort entwickelt sich eine Vorstellung, ein Bild, und nun muss man dieses Bild irgendwie füllen mit einem Figürchen und einem Hintergrund. Wie gestaltet sich die Suche nach beidem?


SO: Konkret am Beispiel von „Herzklopfen“ war das übergeordnete Thema bereits vom Heidelberg-Bild vorgegeben, das heißt „Herzregen: Wer hat sein Herz in Heidelberg verloren“. Dass Herzen auf dem Biedenkopf-Bild sein mussten, war also klar. Ich hab dann überlegt, welche Wortzusammensetzungen es mit „Herz“ gibt. „Herzklopfen“ fand ich für meine alte Heimat passend, eine Hausfrauenfigur mit einem Teppichklopfer fand sich in meinem mittlerweile riesigen Figurenfundus, und schließlich hab ich die Szene vor verschiedenen Hintergründen fotografiert, unter anderem auch im „Herz“ von Biedenkopf, in der Oberstadt. Was die Umgebung angeht, brauche ich vor allem gutes Wetter und einen Untergrund für die Figur. Beides kann problematisch sein. Außerdem bin ich manchmal auch von den Jahreszeiten abhängig. Wenn ich zum Beispiel eine Mandel- oder Kirschblüte oder das Herbstlaub im Bild haben will und dann aber ein Sturm kommt und alles mit sich reißt oder wenn anderweitig kein passendes Wetter ist, dann wird das nichts mit dem Bild.

BK: Wie viele Ideen hast du denn so im Schnitt auf Lager? Sagst du, wenn die Mandelblüte ausfällt, na gut, dann mache ich halt jetzt b, c oder d? Oder versteifst dich auf eine Idee, die du erst partout umgesetzt haben willst, bevor du dich für etwas Neues öffnen kannst?

SO: Zum Glück fotografiere ich projektbezogen, das heißt es gibt immer zu einem Projekt viele unterschiedliche Bildideen. Ich mag also zwar enttäuscht sein, aber nicht komplett verloren, wenn ein Bild in die Hose geht; es würde dann ja viel zu lange dauern würde, bis das Projekt fertig ist. Es gibt ein Bild in der Serie Heidelzwerg - ganz groß, das heißt „Philosophen unterwegs“, das ist am Philosophenweg in Heidelberg entstanden, da wollte ich im Hintergrund natürlich den Ausblick auf Heidelberg zeigen, aber auch die Bäume im Mittelgrund, und die sollten in kräftigen herbstlichen Farben erstrahlen. Aber in dem einen Jahr ist das nichts geworden, weil halt der Sturm kam, und dann musste das Bild tatsächlich ein Jahr warten.

BK: Erstrahlen ist ein gutes Stichwort. Bei deinen Fotos fällt die unglaublich hohe Leuchtkraft der Bilder auf. Viele haben strahlende, kräftige Farben, sie suchen förmlich den Kontrast, da wirkt nichts wie bloß fotografierter Alltag. Versuchst du, das Leben darzustellen oder nachzustellen in einer Art Überhöhung? Oder ist das einfach ein künstlerisches Mittel und das sind nun mal die Farben, mit denen du arbeitest? 

SO: Mir sind für meine Aufnahmen Sonnenlicht und blauer Himmel unheimlich wichtig. Weil das das Arbeiten mit so kleinen Gegenständen erleichtert, das hat also auch einen ganz pragmatischen Aspekt. Wenn die Umgebung sowieso schon diesig ist, dann wirken Mittel- und Hintergrund oft nicht interessant genug. Ich möchte aber meistens, dass sich die Umgebung in ihren schönsten Farben präsentiert. Was ich im Sinn habe, ist so eine Art verfremdete Postkartenansicht. Und auf Postkartenansichten ist der Himmel ja meistens blau und die Umgebung irgendwie schöner als schön.

BK: Wie stellt man sich denn konkret die Aufnahme vor? Du hast mal geäußert, dass deine Bilder unglaublich wackelanfällig sind, da darf sich im Umfeld nichts bewegen. Wie viel Geduld musst du aufwenden für ein Bild, oder anders gefragt: Welches war das anstrengendste aller Bilder, die du je gemacht hast?

SO: „Herzklopfen“ war sehr anstrengend. Da hatte ich mich nämlich auf einen bestimmten Aufnahmestandort fixiert. Und der funktionierte einfach nicht. Weil entweder das Wetter nicht gut war, ich bin ja auch nur manchmal in Biedenkopf, oder der Sonnenstand war nicht richtig und der Ort lag im Schatten. Oder weil ich die falschen Herzen genommen habe, welche aus Metall, und die Spiegelungen waren viel zu kräftig. Das war anstrengend, weil ich meinen Plan mehrmals ändern musste. Ich bin oft zum Standort hingegangen, zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten. Die Anwohner haben wahrscheinlich gedacht, ich bin ein Einbrecher. Und letzten Endes hab ich mich dann doch für einen anderen Standort entschieden. Dann gibt's wiederum körperlich anstrengende Bilder, bei denen ich mich verrenken muss, beispielsweise beim Bild „Rapunzels Verehrer“, das ich schon angesprochen hab. Da hab ich mich mit dem linken Arm an der Parkplatzbegrenzung (die war damals noch aus Holz, wurde aber in der Zwischenzeit ersetzt) festgeklammert, damit ich nicht den Hang runterkugele in Richtung Oberstadt, und mit rechts hab ich von unten nach oben fotografiert, ohne Stativ, dafür war kein Platz. Was ich nicht mache, ist mit einem Bollerwägelchen voller x-beliebiger Figuren losziehen und dann hier oder da spontan entscheiden, hach, hier könnt ich doch jetzt mal ein Bild machen. So ist es auf jeden Fall gar nicht.


BK: Du fängst mit einem Wort oder Bildtitel an, suchst dazu einen Hintergrund und ein Figürchen, dann machst du ein Bild oder vielleicht auch ganz viele. Hattest du schon mal das Gefühl, dass alle einzelnen Zutaten stimmten, sie sich aber nicht zu einem Gesamtbild fügen wollten?

SO: Hat es natürlich gegeben, das ist mir dann immer ein großer Dorn im Auge. Es gibt Bilder, die ich nicht zu Ende gebracht hab und zu denen ich vielleicht noch mal zurückkehre, wer weiß. Aber es gibt auch Bilder, die ich dann einfach lasse, weil ich einsehen muss, dass die Bedingungen, die ich mir wünsche, draußen einfach nicht gegeben sind, oder die Bildwirkung ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Wenn ich Glück habe, dann entsteht beim Fotografieren oder beim späteren drüber Nachdenken zu Hause eine Alternative, die ich dann umsetzen kann. Wie bei „Herzklopfen“. Wenn ich Pech habe, findet das Bild einfach nicht statt.

BK: Aber es bestünde doch sicher die Möglichkeit, diese Bedingungen, zumindest in einem gewissen Ausmaß, künstlich herbeizuführen, über Photoshop oder unzählige andere Möglichkeiten. Wie weit greifst du in deine fertigen Bilder noch ein?

SO: Eigentlich so wenig wie möglich. Ich entferne Staubflecken auf den Figuren oder auf dem Untergrund, das ist bei diesen Maßstäben eigentlich unvermeidbar. Manchmal muss ich den Horizont nachträglich gerade rücken oder die Bilder etwas aufhellen. Ansonsten mache ich nichts, zum Beispiel würde ich nicht in den Bildinhalt eingreifen und ein Bildelement hinzufügen oder wegnehmen. Ich bin schon oft gefragt worden, ob die Bilder Fotomontagen sind. Das würde ja mit Photoshop gehen, man schneidet irgendein Hauptmotiv aus und setzt es dann in einen anderen Hintergrund ein. Meine Bilder und meine Motivation haben aber einen starken Bezug zum Modellbau. Das Konstruieren der Szene, die Tüftelei, sowohl drinnen als auch draußen, die Vorbereitung, das ist ein wichtiger Teil davon.

BK: Was ist denn der Lohn der vielen Mühe? Stehst du vor einem Bild und sagst, das ist einfach schön, und überlässt dich dann ganz diesem Gefühl? Oder gehst du analytisch ran und überlegst, ob du es nicht doch noch hättest besser machen können? Gibt es für dich ein perfektes Bild?

SO: Nein, das perfekte Bild gibt es nicht. Das Bild ist immer eine subjektive Angelegenheit, bei der ich entscheide, wann der Prozess meiner Ansicht nach beendet ist. Das beschließe ich aber, wenn ich ein Ausmaß an Zufriedenheit erreicht habe, das, sagen wir's mal so, im Verhältnis steht. Das kann sich aber auch tatsächlich, wenn ich die Bilder ein Jahr später nochmal angucke, ändern. Und dann gehe ich auch manchmal noch mal los und fange von vorne an.

BK: Es ging jetzt überwiegend um Heidelberg und Biedenkopf, weil das die Serie ist, die du momentan bearbeitest. Gibt es da noch weitere Themengebiete?

SO: Viele! Ich trage die Ideen für meine Projekte meistens sehr lange mit mir herum, bevor sie dann „dran“ sind. Die Serie vor Heidelzwerg und Biedenköpfchen heißt Komm ins Bad, Schatz! und ist zum Beispiel ganz anders, da hab ich komplett drinnen fotografiert. Davor gab's auch Serien, und die sind auch in meinem Mini-Studio entstanden. Im Moment gibt es mehrere Projekte, die parallel laufen.

BK: Was neben der Strahlkraft deiner Bilder und ihrer unglaublichen Lebendigkeit auffällt, ist eine ungeheure Lebensfreude, da ist so viel … ich hab Kinder vor den Bildern stehen sehen, und die finden sie einfach nur toll! Sie mögen das Bunte, sie mögen die Ideen dahinter, da gibt es so eine Szene, wo ein Polizist zwei Gummibärchen verwarnt, da ist also auch ein großartiger Humor drin. Braucht man für all das ein Kinderherz? Sind deine Worteinfälle manchmal Kinderwörter, die du umsetzt in Kinderbilder?

SO: Ich fasse das, was ich mache, als Spiel auf. Ansonsten würde ich das nicht tun. Der Lohn ist das Spiel und die Selbstvergessenheit, und das ist vielleicht der Kinderteil. Die Figuren selbst sind ja schon Spielzeug. Aber auf der anderen Seite ist der Humor, der da drin steckt, manchmal eine Art Ironie oder Galgenhumor, und das ist vielleicht die Erwachsenenkomponente. Deswegen sind die Bilder möglicherweise auch so bunt. Das schafft eine Art Distanz zum Alltag oder zum Leben an sich. Denn so ist es ja normalerweise oft nicht, so farbig und fröhlich. Mit meinen Bildern sage ich aber: Doch, ist es wohl!

12. August 2018

Spätsommer-Attraktion:
Bilder dreier Ausstellungen

Drei Ausstellungen von Vereinsmitgliedern präsentiert BIDKultur e. V. in diesem Spätsommer, Ausstellungen sehr unterschiedlichen Inhalts:

Der Berliner Filmschaffende Peter Hoffmann zeigt, sozusagen rund um die Uhr, über 100 fotografische Augenblicksarbeiten. Gezeigt werden die Werke in Dauerschleife auf einem Monitor, der im Schaufenster (Eingangsbereich) des Biedenkopfer Kulturfundus platziert ist. Die Präsentation ersetzt die ursprünglich geplante Video-Installation Grenzgang_2012, die wir aus Datenschutzgründen aus dem Programm genommen haben.
Weitere Infos hier.




Wissenschaftliche Fotografie trifft auf plastisch gestaltete Gemälde: 2013 begann die Zusammenarbeit des Geographen Andreas Pflitsch mit der Künstlerin Renate Bonacker.


Inspiriert durch den ständigen Wechsel in der Natur, einerseits unter sachlichem, andererseits unter einem künstlerischen Blickwinkel, entstand damals Erdgezeiten, eine Ausstellung zur Erde und ihrer Entstehung. METAmorph setzt nun diese Arbeit fort und erweitert sie spektakulär - die Ausstellung ist für zwei Wochen im Biedenkopfer Rathaus zu sehen. Weitere Infos hier.


Ebenfalls Fotografie, aber ganz anders, präsentiert die Biedenkopferin (und Wahl-Heidelbergerin) Susanne Ochs. Sie stellt winzige Eisenbahn-Figürchen in und vor tatsächliche Landschaften und Hinter-gründe und gestaltet damit Situationen, die mal elegisch-nachdenklich, mal urkomisch anmuten: Bilder von hoher Leuchtkraft mit einem wirklich extremen Niedlichkeitsfaktor. Heidelzwerg und Biedenköpfchen heißt die Ausstellung die der Frage nachgeht, ob es ein Heimatgefühl auch in der Mehrzahl gibt. Weitere Infos hier.