BÜHNE im Frühling 2019

Samstag, 26. Januar 

20 Uhr - Bürgerhaus Biedenkopf
KAFKAESKES GEZIEFER: Die Verwandlung

Eines Morgens wacht Gregor Samsa auf und sieht sich in ein Ungeziefer verwandelt. Hält er diese Verwandlung zunächst für vorübergehend, muss er bald feststellen, dass seine unfreiwillige Metamorphose anhält und seine Kommunikation mit der Außenwelt zunehmend einschränkt. Gibt es anfänglich noch den Versuch, zumindest mit seinen Eltern und seiner Schwester in Kontakt zu bleiben, scheitert schließlich auch das und er stirbt.

Die 1912 entstandene Erzählung gehört zu den berühmtesten Texten Franz Kafkas. Ist Gregor Samsa in seiner Verpuppung vielleicht nur Opfer seiner eigenen Erschöpfung? Was passiert mit uns, wenn wir den Überforderungen unserer Welt nicht mehr standhalten? Oder was sagt es über unsere Gesellschaft, wenn wir mit Menschen, die sich verändern oder unterscheiden, nicht zusammenleben können?

Ein Stück für alle Menschen ab 14 Jahren, die sich auch manchmal nicht aus der eigenen Wohnung trauen oder sich in ihrer Haut nicht mehr wohlfühlen, für alle, die Erzählstoffe auf der Bühne erleben wollen, für alle Fans des Kafkaesken und alle, die sich gern verwandeln würden oder müssen. 

14 - 22 €. Preise, Vorverkauf, Abos etc. bitte erfragen bei Kultur- und Veranstaltungsring e. V. 




Sonntag, 17. Februar 

17 Uhr (die Uhrzeit ist korrekt!) - Evangelisches Gemeindehaus, Biedenkopf
DIE DREI SCHWERTER
Eine Zeitreise in neun Szenen von Christoph Kaiser

Wiederaufnahme wegen des großen Erfolges!

Der Gelehrte und selbsternannte Philosoph Heinrich Böckler wünscht sich im Jahre 1752 in seiner Studierstube in Darmstadt nichts sehnlicher, als das wahre Wesen des Menschen zu ergründen, um darüber ein in seinen Augen längst überfälliges Buch zu verfassen. Am liebsten würde er dafür einmal durch verschiedene Zeiten reisen können, um mit eigenen Augen zu sehen, was in allen Zeiten gleich war und bleibt, als Quintessenz des Menschen an sich. Ein merkwürdiges weißes Wesen, mal Mann, mal Frau, ermöglicht ihm und seiner Enkelin Sophie diesen sehnlichsten Wunsch.

Um Heinrichs Sinnsuche zu erfüllen, sollen die beiden während sie durch die Zeiten reisen Ausschau halten nach drei Schwertern, die ihnen jeweils eine Botschaft übermitteln können. Wie zu erwarten, geht bei einer solchen Reise nicht alles glatt. Der Ausflug durch die Zeit unter Aufsicht der oder des Weißen als „Reiseführer“ führt sie unter anderem über ein darmstädter Krankenhaus des Jahres 2081, das Rom Neros, das alte Japan und das noch ältere Ägypten wieder zurück in ihre eigene Zeit. Zumindest Sophie wird dabei tatsächlich ihr größter Wunsch erfüllt. Heinrich Böckler zieht ein eher ungewolltes Fazit. Nur eines ist am Ende klar: Wer das weiße Wesen ist, oder war, oder wie auch immer man sagen soll. Zeitreisen erweisen sich hier als keine Pauschalreiseveranstaltung.

Eintritt 10 €




Freitag & Samstag, 22./23. Februar 
sowie Freitag & Samstag, 1./2. März

je 19 Uhr - Eiscafé Fantastico, Marktplatz Biedenkopf
PERSKI & JAHN: Geballte Weiblichkeit 

Verehrtes Publikum! Der Direktor (hc) des Theaters im Fantastico, Herr Amyntas Chaitidis, teilt mit:

"Faust fällt aus!" 

Der Herr Direktor gibt sich die Ehre, Sie und Ihre Familie und Freunde hierzu einzuladen. Dies bedeutet, dass er keinen Eintritt erheben wird. Sie, Ihre Familie und auch Ihre Freunde sind zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung sein Gast. Gleichzeitig empfiehlt er sich als Gastwirt und möchte Sie kulinarisch verwöhnen. Dafür berechnet er einen kleinen Obolus.

Frau Isa Perski hat es sich zur  Aufgabe gemacht, Sie an diesem Abend auf das Vorzüglichste zu unterhalten. Und ich freue mich, wenn Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde zu uns strömen, auf dass das Theater wohl gefüllt werde - ansonsten spiele ich den Faust! Und, verehrtes Publikum, jetzt sage ich Ihnen, aber nur Ihnen, was da los sein wird, im Theater im Fantastico, auf der "Kleinsten Bühne der Welt":


Goethes Faust steht für diesen Abend auf dem Programm. Jedoch bleibt die Bühne leer, denn die Darsteller von Faust, Mephisto und Gretchen sind nicht zur Aufführung erschienen. Dafür nützt die Souffleuse die Gunst der Stunde und steigt aus ihren Kasten. Dem Publikum erzählt sie von einer Zeit, als eigentlich sie das Gretchen spielen sollte. So wurde es ihr zumindest vom damaligen Intendanten versprochen, woran er sich allerdings nach einem kurzen "Intermezzo" auf dem Intendantensofa nicht mehr erinnert. Sie erzählt ihre Geschichte weiter, angereichert mit haarsträubenden Theateranekdoten aus der Maulwurfperspektive, die in diese fulminante Gretchen-Faust-Mephisto-One-Woman-Show eingeflochten werden.

Eintritt frei




Samstag, 23. und Sonntag, 24. Februar
(weitere Aufführungen Sa., 2. und So., 3. März)

17 Uhr, sonntags auch 11 Uhr - Schartenhof, Eckelshausen
MA-MA-MA-MARIONETTEN: Die Zauberflöte

© Katharina Zürcher
Zur Beliebtheit der Zauberflöte mag neben der Musik, die einhellig als eine unvergleichliche Zusammenfassung der kompositorischen Fähigkeiten Mozarts anerkannt wird, der vielschichtige Text und die bunte Aufeinanderfolge der Szenen beitragen, die Alt und Jung anzusprechen vermag. Zugleich ist gerade der Text der Zauberflöte Anlaß zu den verschiedensten Deutungen und Interpretationen gewesen und bietet bis zur Gegenwart Stoff für extrem kontroverse Diskussionen. Kein Geringerer als P. I. Tschaikowski schrieb über die Zauberflöte: "Niemals wurde ein dümmeres, sinnloseres Sujet von einer berückenderen Musik begleitet". Demgegenüber wird immer Goethe zitiert, der meinte: "Es gehört mehr Bildung dazu, den Wert dieses Opernbuches zu erkennen, als ihn abzuleugnen".


Die gegensätzlichen Meinungen haben auch in einer Vielzahl unterschiedlicher Inszenierungen ihren Niederschlag gefunden. So wurde die Zauberflöte als Mysterienspiel, als naive Volkskomödie, als Menschheitsdrama, als "Urmärchen" dargestellt, kombiniert mit Freimaurersymbolik, ägyptischen Kultszenen und Esoterik. Immer neue "Deutungen" (eine gab die Zauberflöte als Zirkusstück) belegen das anhaltende Interesse an dieser Oper, für die es offenbar keine allgemeingültige Interpretation gibt.

© Katharina Zürcher
Für das Marionettentheater Schartenhof bedeutet diese Oper in erster Linie ein Märchen. Die Aufführung hält sich im Wesentlichen an die Neue Mozart-Ausgabe und versucht, unter Beachtung der für Marionetten geltenden Eigenheiten, das Stück ohne die im modernen Regietheater üblichen "Deutungen" zu erzählen. Dabei unterstützen die den Marionetten möglichen Bewegungen den märchenhaften Charakter dieser Oper. Ein besonderer Reiz dürfte wohl von den Figuren ausgehen, die zweifellos zu den schönsten zu zählen sind, die man auf Marionetten-Theatern zu sehen bekommt.

Schartenhof Eckelshausen
Karten € 20 (erm. € 12)
Kartentelefon 06461 27 10
oder via Mail




Samstag, 2. März 

20 Uhr - Bürgerhaus Biedenkopf
Kultur- und Veranstaltungsring: CABARET

Christopher Isherwood
Berlin, 1929. Die goldenen Zwanziger verpassen der Spreemetropole glamouröses Leben, wilde, progressive Beziehungsformen, glitzernde Biografien – eine pulsierende Stadt voller Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit. Doch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verlangen ihren Tribut, Nazideutschland ist im Anmarsch. Ein Zeitenwechsel.

In diese Stadt kommt der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw und lernt im KitKatClub die außergewöhnliche Nachtclubsängerin Sally Bowles kennen. Sie werden ein Paar, doch ihre gemeinsame Zeit wird überschattet durch die zunehmend an Macht gewinnenden Nazis, die immer dreister das bunte Berlin braun streichen. Alles lange her und doch brandaktuell.

Liza Minnelli
Musiktheater von Joe Masteroff (mit Gesangstexten von Fred Ebb und Musik von John Kander) für alle Menschen ab 14 Jahren, die Glitzer und Weltpolitik lieben, aufregende Choreographien, laszive Conferénciers und handfeste Hausverwalterinnen. Für alle, die Spaß haben am „ladies and gents, mesdames et monsieur, leave your troubles outside!“ und daran, dass dies gerade bei „Cabaret“ so charmant, genial, frivol, glamourös nicht gelingen kann, nicht gelingen will.

Die literarische Vorlage zu Cabaret entstammt der Geschichtensammlung Goodbye to Berlin des englischen Autors Christopher Isherwood. Der findet sich, kaum verstellt, in der Figur des Clifford Bradshaw wieder. Aber es ist die weibliche Hauptrolle, Sally Bowles, die das Publikum auf der ganzen Welt liebt und verehrt, in der jeder von uns sich ein wenig wiederfindet und die dank ihrer Darstellung durch Liza Minnelli in der mit acht Oscars gekrönten Filmfassung des Musicals 1972 Unsterblichkeit erlangte.

In Biedenkopf wird das Stück in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker gespielt.

14 - 22 €. Preise, Vorverkauf, Abos etc. bitte erfragen bei Kultur- und Veranstaltungsring e. V.