TRADITION im Sommer 2018

30. März bis 10. Juni

Sonderausstellung im Hinterlandmuseum
1918 – Ende des Ersten Weltkriegs

2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal. Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf untersucht zu diesem Anlass die Auswirkungen dieses Krieges in unserer Region. Das Hinterland war während des Ersten Weltkriegs von Kriegshandlungen nicht unmittelbar betroffen. Aber auch von hier zogen Männer an die Front, während die hiesige Bevölkerung unter den Einschränkungen im täglichen Leben zu leiden hatte. Der über vier Jahre andauernde Krieg hinterließ massenhaftes Leiden, unzählige Tote, Verwundete, Hinterbliebene und Hungernde in Deutschland und auf der ganzen Welt.


Die Ausstellung spannt dabei einen größeren Rahmen von der Gründung des Deutschen Reiches 1871 bis in die 1920er Jahre. Gezeigt werden Exponate aus dem militärischen Bereich wie etwa Waffen, Uniformen und Reservistika sowie aus dem zivilen Bereich. Selbst alltägliche Gebrauchsgegenstände wurden mit Parolen mit nationalistischer Kriegspropaganda versehen.

Erw. 2,50 Euro, Kinder bis 14 J. 1,30 Euro, Gruppen p.P. 2 Euro, Schulgruppen p.P. 1 Euro
 Die Ausstellung und kann dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. 
Am Oster- und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet.




Freitag, 13. April

17.30 Uhr - Parkhotel Biedenkopf
ATEMLOS DURCH DEN TAG: 
Zur Kulturgeschichte der Unterwäsche

Die Frankenbergerin Ruth Piro-Klein hält einen unterhaltsamen Bildervortrag zur Geschichte der Unterwäsche von 1700 bis heute. Sie zeigt dabei auch Exponate von Kleidungsstücken aus der "guten alten Zeit". Die so gut oftmals gar nicht war: Unterwäsche besaß früher nicht nur eine wichtige gesundheitliche, sondern als Teil der Mode auch eine hohe soziale Funktion.

Im 18. Jahrhundert zerrte das Gewicht schwer Reifröcke an den Frauen, während enge Mieder ihnen zur "Schnürbrust" verhalfen. Selbst Kindern wurde die Taille geschnürt und dabei die Brust nach oben gedrückt. Dadurch wurden nicht nur Brust- und Bauchorgane, sondern auch die Rückenmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen. Selbst in der Schwangerschaft ging die elegante Dame nicht ohne Korsett. Dergleichen mündete in Skelettdeformierungen und Organverschiebungen, die oftmals für die seinerzeit häufigen Ohnmachtsanfälle verantwortlich waren. Erst mit der französischen Revolution und der Mode des Empire wurden die Frauen von den Zwängen der Schnürbrust befreit.

Veranstalter: Hinterländer Geschichtsverein e.V. - Eintritt frei




Freitag, 4. - Sonntag, 6. Mai

Biedenkopfer Marktplatz, Rathaus, Kreuzwiese
IN ALLER FREUNDSCHAFT – Fünf-Städte-Treffen

An die 160 Gäste, darunter sechzig Jugendliche, werden an diesem Mai-Wochenende zum 5-Städte-Treffen erwartet. Der Biedenkopfer Verschwisterungsverein hat ein Festprogramm zusammengestellt, das für Jung und Alt etwas zu bieten hat: Essen, Musik, Trinken, Tanz, Spiel ohne Grenzen; das gesamte Programm lässt sich hier einsehen und herunterladen.

Dem Beispiel anderer Städte folgend, hat Biedenkopf im Jahre 1960 damit begonnen, Städtepartnerschaften mit anderen europäischen Städten einzugehen, um einen Beitrag zur friedlichen Entwicklung Europas zu leisten. Die erste Städtepartnerschaft wurde mit dem französischen Ort La Charité sur Loire eingegangen. Das 50-jährige Jubiläum dieser Verschwisterung ist im Jahre 2010 gewürdigt worden.


In der Folge wurde ein Verschwisterungsverein gegründet und mit Wépion sur Meuse und Oostduinkerke konnten rasch weitere Städte aus anderen Nationen in die gelebte europäische Partnerschaft integriert werden:



Nach der Wiedervereinigung kam mit Neustadt an der Orla auch eine ostdeutsche Gemeinde aus Thüringen hinzu:


Einzig der Kontakt zur norditalienischen Gemeinde Cogoleto ist in den letzten Jahrzehnten eingeschlafen, aber das Städtchen existiert noch:


Als sogenannte 4-Städte-Treffen (später: 5-Städte-Treffen) werden im jährlichen Wechsel zwischen den Partnern gemeinsame Jugendaustauschprogramme mit Feriencamps organisiert. Diese werden durch Freundschaftsbesuche zwischen Schulen Biedenkopfs und seiner Partnerstädte ergänzt.

Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens im Jahr 2004 verfasste die Trachtentanzgruppe Biedenkopf eine Festschrift (hier zum Download). Darin findet sich (auf den Seiten 104 bis 110) ein hübscher, mit Fotos bebilderter Abriss über die jeweils ersten Treffen mit den Städtepartnern.




Sonntag, 13. Mai

11 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
INTERNATIONALER MUSEUMSTAG - Angeführt 

Am internationalen Museumstag führt Claudia Röhl interessierte Erwachsene und Kinder durchs Hinterland-museum. Die Führung durch die Dauerausstellung stellt deren verschiedenen Abteilungen vor: Reisen und Verkehr, Brandbekämpfung, Textil- und Bauhandwerke, Trachten. Claudia Röhl gibt außerdem einen Einblick in die aktuelle, noch bis 10. Juni währende Sonderausstellung 1. Weltkrieg im Hinterland.

Eintritt frei




Donnerstag, 17. - Montag 21. Mai

19.30 Uhr - Kombach (Festplatz u. andere)
DORFJUBILÄUM - Kombach feiert!

Die Hirschstangen des abgebildeten Wappens weisen auf den Berg Hirschstein sowie auf den Wildreichtum um Kombach hin. Die Farben Rot und Silber sind die Farben der Landgrafschaft Hessen, der Kombach seit dem 13. Jahrhundert angehört hatte. Der silberne Quell steht für die 1961 entdeckte Mineralquelle. Die geschweifte grüne Spitze bezieht sich auf die grünen Wiesen im nahen Lahntal, den Wald und die Weiden.

Cambach wurde der kleine Ort in seiner frühesten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1268 genannt, später dann Kynbach und Conbach. 1502 erfolgte erstmals eine Erwähnung unter dem heutigen Ortsnamen, bei einer Einwohnerzahl von 18 Männern. Heute, 750 Jahre später, zählt Kombach an die 1100 Einwohner - und die haben sich vorgenommen, über das diesjährige Pfingstwochenende hinweg den 750. Geburtstag ihrer schönen Gemeinde ordentlich zu feiern.


Die Kombacher haben sich viel vorgenommen und werden für eine kunterbunte, höchst attraktive Mischung an Aktivitäten sorgen: Neben Theateraufführungen von (und für) Jung und Alt kann man Vorträgen lauschen, das Tanzbein schwingen (und Bierkrüge sowieso). Chöre singen und Musikanten spielen auf, ein Festzug passiert mit verschiedenen Stationen im Dorf, und auch ein ökumenischer Gottesdienst fehlt nicht. Bereits zu Beginn der Festwoche können Besucher am 14. Mai einen Blick in die dörfliche Vergangenheit werfen, bei einer "Feldbestellung, wie es damals war".

Das vorläufige Festprogramm ist bereits recht detailliert einsehbar. Zur Information über weitere Termine und Daten startet man am besten am Eingang der eigens für das Heimatjubiläum ins Leben gerufenen Webseiten.




ab Pfingstsonntag, 20. Mai

Schenckbarsches Haus Museum Biedenkopf
AUSSTELLUNGEN - Ikonen und Schreibgeräte

Das Ikonenmuseum im Schenkbarschen Haus Museum Biedenkopf ist schon ab Ostern wieder zu besichtigen (nach Terminabsprache unter mail@kaiser-kalligraphie oder 06461/89180). Zu Pfingsten wird umgruppiert, dann werden in einer Sonderausstellung Ikonen aus orthodoxen Ländern außerhalb Russlands gezeigt. Vielen Menschen im Westen fällt bei dem Begriff "orthodox" sofort "russisch-orthodox" ein. Die diesjährige Ausstellung richtet deshalb das Augenmerk besonders auf Ikonen aus Griechenland, dem Balkan, Äthiopien und den kleinen Nachbarn Russlands.


Eine zweite Sonderausstellung im Schenkbarschen Haus Museum zeigt Bücher und Schreibmaterialien aus aller Welt. Worte und Schrift wurden in den verschiedenen Zeiten und Kulturen ganz unterschiedlich konserviert und für nachkommende Generationen gesichert. Ob auf Palmblättern oder Stein, Leder oder Pergament, ob mit Pinseln geschrieben oder eingeritzt: Um Worte und Gedanken zu sichern und weiterzugeben wurden die unterschiedlichsten Methoden erfunden, die von der hohen Wertschätzung der Menschen für heilige und andere Texte zeugen. Die Ausstellung zeigt Handschriften und Schreibwerkzeuge verschiedener Kulturen Europas, Afrikas und Asiens.

Schenckbarsches Haus, Bei der Kirche 8, 35216 Biedenkopf
Die Austellungen können nach Terminabsprache unter mail@kaiser-kalligraphie oder 06461/89180 besichtigt werden. Der Eintritt ist wie bei allen Veranstaltungen im Schenkbarschen Haus Museum frei.




Samstag, 26. Mai

15 Uhr - Schenckbarsches Haus
HAUSFÜHRUNG - Tasten, riechen, hören!

Heute öffnet sich das Schenkbarsche Haus für eine spezielle Betrachtung - mit den Händen! Sehbehinderte und Blinde sind herzlich eingeladen, zu ertasten, was in anderen Museen aus guten Gründen hinter Glas geschützt liegt. Keine Sorge, es kann nichts unersetzlich Wertvolles kaputt gehen. Das Leben früherer Zeiten darf erfühlt, errochen und erhört werden. Stoffe, Alltagsgegenstände und viele verschiedene Materialien werden mit allen Sinnen erfahren werden können. Eine sehende Begleitperson ist natürlich von Vorteil, da im Haus kurze Treppen gelaufen werden müssen und die Räume nicht modernen Gegebenheiten entsprechen.

Schenckbarsches Haus, Bei der Kirche 8, 35216 Biedenkopf
Der Eintritt ist frei, aber die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Voranmeldung unter mail@kaiser-kalligraphie oder 06461/89180 ist unbedingt nötig.






Sonntag, 27. Mai

17 Uhr - Schenckbarsches Haus
VORTRAG - Von Balken und Urkunden


Elvis Benner lädt in die Schwarze Küche des Schenkbarschen Hauses ein, zu einem Vortrag über die neuesten Erkenntnisse zur Geschichte des Bauwerks. In den letzten Jahren haben naturwissenschaftliche Untersuchungen der Balken und Nachforschungen in hunderten Urkunden im Hessischen Staatsarchiv neue Erkenntnisse über die Baugeschichte und frühere Vorbesitzer ergeben, die ein neues Bild auf das älteste erhaltene Haus in Biedenkopf werfen.

Schenckbarsches Haus, Bei der Kirche 8, 35216 Biedenkopf 
Der Eintritt ist frei, aber aus Platzgründen wird um eine Vorandmeldung gebeten unter mail@kaiser-kalligraphie oder 06461/89180.





Mittwoch, 20. Juni

17 Uhr - Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG - Kindheit im Hinterland
Ausstellung vom 21. Juni bis 3. Oktober


In der Sonderaustellung werden vorrangig Spiele, Spielzeuge und Bücher präsentiert, die früher in der Kindheit eine Bedeutung hatten. Zu sehen ist unter anderem von den Eltern selbst gefertigtes oder gekauftes Spielzeug, mit dem die Kinder das Erwachsenenleben „üben“ konnten. Mädchen sollten auf ihre Rolle als Ehefrau, Hausfrau und Mutter vorbereitet werden und bekamen daher Puppen, Puppenhäuser und Geschirr geschenkt.

Kriegsspielzeuge, strategisches und technisches Spielzeug bereiteten die Jungen auf ihre Rolle in der Gesellschaft vor. Bücher für Kinder hatten vorrangig die Aufgabe, sie mit mahnenden Worten auf Verfehlungen hinzuweisen bzw. sie hiervor zu bewahren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Berichte aus der Kindheit von damals. Sie zeigt nicht nur Exponate des Hinterlandmuseums, sondern auch Leihgaben aus der Bevölkerung.

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, Zum Landgrafenschloss 1, 35216 Biedenkopf